Die Eisbären gehen in ihre zehnte Saison! Von Anfang an mit im Vorstand waren die Gründungsmitglieder und die heutigen Eisbären-Oberhäupter, Dietmar Gogoll (1.Vorsitzender) und Frank Titze (2.Vorsitzender). Gemeinsam mit Leander Kollmann (Kassenwart) steuern sie die Geschicke im Verein. Während der Sommerpause ist viel zu tun – unter anderem wird die Jahreshauptversammlung vorbereitet. Dennoch stehen beide für ein Interview im Hinblick auf die Jubiläumssaison bereit. Sie geben Rückblick über die vergangenen zehn Jahre, ziehen ein kritisches Resümee und blicken vorfreudig auf die nächsten Jahre!

Hallo Dietmar, hallo Frank! Danke, dass Ihr Euch Zeit für das kurze Interview nehmt. Kommenden März ist es soweit: Die Eisbären werden 10! Wenn Ihr die letzten zehn Jahre Vorstandsarbeit Revue passieren lasst, gibt es einen (oder zwei) Momente an die Ihr zurückdenkt und die die konsequente Arbeit im Verein belohnen?

Dietmar Gogoll: Nun es gibt viele Momente, die die Arbeit aller Vorstandsmitglieder belohnen. Jede auf seine Art. 10 Jahre sind für einen Verein keine Zeit aber aus den, ich will mal sagen, Zusammenbrüche, der vorigen Vereine und deren gemachten Fehlern, haben wir von Anfang an andere Wege eingeschlagen.

So ist es uns gelungen durch die Kooperation mit Reutlingen vor ein paar Jahren 3 aktive Jugendmannschaften in die BW-Liga zubringen aus der beide Vereine ihren Nutzen haben. Kommen doch bei uns mittlerweile Jugendliche in den Seniorenbereich aus den eigenen Reihen!

Ebenso hat die Jugendabteilung erstmalig eine Mannschaft aus der großen „Eishockeymetropole“ Mannheim geschlagen, was für die Jugendtrainer, Betreuer und Jugendleitung eine gigantische Bestätigung war, um hier in dem genau gleichen Weg weiter zu machen – da dieser Weg für unseren Verein wohl der richtige ist!

Für die Vorstandschaft zeigt sich nach 10 Jahren auch im Umfeld von Balingen eine gewisse Etablierung. Trotz exotischer Randsportart, haben Firmen und Sponsoren auch für die kommende Saison ihre Bereitschaft erklärt nicht nur die ganz großen Vereine zu unterstützen. Auch hier zeigt sich unsere gegangene Linie für richtig.

Die steigenden Zuschauerzahlen bei unserer 1.Mannschaft untermauern unseren Weg und das Interesse in unserem Einzugsgebiet ebenso.

Frank Titze: Für mich war es schön zu sehen, dass es Junioren gibt, die den Sprung in die 1. Mannschaft schaffen. Zuletzt Eric Hänsel und diese Saison Jan Föst. Das baut mich auf und ist eine meiner Triebfedern.

Die vielen siegreichen Spiele der 1.Mannschaft und die gute Stimmung in der Mannschaft selbst sind für mich ganz wichtige Punkte und glücklicherweise nicht nur auf ein paar Momente beschränkt. Ein wichtiger Moment für uns war außerdem, Rafael zu begegnen. An das erste Gespräch werde ich mich immer erinnern.

Das Credo der Eisbären ist seit Gründung: Die Zukunft liegt in der Jugend! Grund ist hier auch die Tatsache, dass man aus den Fehlern des Vorgängervereins lernen will. Was bedeutet dieser Grundsatz für Euch?

DG: Es war schon immer unser Weg … und nicht nur ein Slogan. Wir haben vor 10 Jahren an einem Tisch gesessen, und uns vor der Gründung die Köpfe zerbrochen, was bisher in den Vereinen schief gelaufen ist und was wir besser machen wollen. Auch wir werden auf unserem Weg Fehler machen aber wir werden das machen,  was die ehemaligen Vereine nicht konsequent durchgezogen haben.

Zum Beispiel wollen war Spieler für die 1. Mannschaft einkaufen nie das Thema –  zumindest nicht in dieser Liga! Wir wollten immer aus unserem eigenen Nachwuchs unsere Spieler heranziehen und auch spielen lassen. Das Ganze war und ist ein sehr sehr langwieriger Prozess. Sowohl in dieser Sportart und vor allem in dieser Region. Man muss sich bewusst sein, dass der Weg das Ziel ist. Blickt man auf unserem bisher gegangenen Weg zurück, dann erkennt man, was wir schon geleistet haben.

FT: Ziel muß es sein, jede Saison mindestens einen Spieler aus der Jugend in die 1. zu bringen. Dann erneuert sich der Kader aus eigener Kraft und man ist nicht gezwungen, Spieler von außen zu holen, die den Verein evtl. finanziell belasten. Deshalb war der ursprüngliche Ansatz, viel Energie in die Jugendarbeit zu investieren.

Ich denke wir haben schon einige Erfolge erzielt, z.B. mehr Trainingszeiten denn je, Leihausrüstungen, Laufschule, Kindergartenprojekte, Container etc. Als nächsten Schritt sehe ich den Ausbau der Trainersituation, um die nötige Qualität zu erreichen.

Wie konsequent konnte man denn die Fehler – bislang – umgehen bzw. verbessern?

DG: Wie schon erwähnt, ist es ein langsamer Prozess, der nicht von heute auf morgen erledigt ist und der, vor allem, nie vorbei sein wird. Denn die Ziele die wir uns für kommende Saison stecken, sind die Standards für die übernächste. Dieser Prozess wird nicht einmal, und da bin ich überzeugt, in den weiteren 5- 10 Jahren enden.  Dafür gibt es zu viele Faktoren mit denen wir kämpfen und die wir bewältigen müssen. Dennoch sehe ich es persönlich exponentiell: Wir lernen aus unseren Fehlern, versuchen diese zu verbessern und ständig nach vorne zu Gehen. Denn Stillstand bedeutet Rückschritt. Und der Erfolg gibt uns bislang Recht.

FT: Ich denke wir zeigen heute ein Bild, um das wir von anderen Vereinen beneidet werden. Wir haben jedes Jahr eine gesunde Finanzlage und alle Akteure haben Spaß am Sport. Das ist ein m.E. nach sehr großer Erfolg.

Betrachtet man die komplette Entwicklung des Vereins verläuft die Kurve nach oben. Sportliche Erfolge der ersten Mannschaft basierend auf einer soliden Jugendarbeit. Seht Ihr aktuell Optimierungsbedarf in den Strukturen des Vereins?

DG: Ja natürlich! Wenn ich das nicht in Betracht ziehen würde, würden wir uns nicht weiterentwickeln und das wäre für den ganzen Verein der Todesstoß. Beispielsweise haben persönliche Differenzen oder Diskrepanzen im Vorstand keinen Platz. Es zählt nur der Weg des gesamten Vereines und dessen weiterkommen! Die Verantwortlichen, sprich das ganze Vorstandsgremium, müssen in ihrem Handeln nur den Verein in den Mittelpunkt stellen.

FT: Der sportliche Erfolg der 1. Mannschaft basiert noch nicht so sehr auf unserer Jugendarbeit, wie wir uns das wünschen. Bislang haben nur wenige Junioren den Sprung geschafft haben. Hier wollen wir, wie bereits gesagt, Ansetzen. Wir wollen das Trainerteam verstärken werden, damit mehr Junioren das Potential für die 1. Mannschaft erreichen.

Letzte Frage im Interview: Kommende Woche ist Hauptversammlung und kurz darauf geht es für die unterschiedlichen Altersklassen wieder ins Training. Wie laufen die Planungen in den verschiedenen Bereichen Jugend bzw. 1.Mannschaft?

DG: Tja, das ist eine Frage die ich sehr gerne beantworte. Sie zeigt wieder einmal mehr, dass wir uns von Saison zu Saison verbessern und meine voran gegangenen Worte nur noch unterstreichen. Unsere Jugend geht Ende August für eine Woche ins Trainingslager nach Tschechien. Unsere 1.Mannschaft haben ebenfalls ein strenges Programm das Mitte August in die Vollen geht. Was wir ja schon in den Vorberichten auf unsere Internetseite erörtert haben. Und beide Gruppen sind bereits seit einer Woche wieder mit Trockentraining in der Vorbereitungsphase. Sie sehen es ist alles im grünen Bereich die Saison kann kommen

FT: Die Trainingslager sind gebucht und das Sommertraining läuft meinen Informationen nach gut. Die Meldungen an den WLSB/EBW der Mannschaften sind raus und wir führen die Spielgemeinschaft mit Reutlingen weiter. Allerdings diesmal mit den U17 unter Reutlingen und U15+U13 unter Balingen. Die U11 spielen wieder Kids Cup wie gehabt. Wir planen zudem wieder einen Kids Day, um weitere Interessenten für unseren tollen Sport zu gewinnen!