Im Vorfeld zum Topspiel gegen die ESG Esslingen durfte Dietmar Gogoll, 1.Vorsitzender der Eisbären, der Lokalpresse Rede und Antwort stehen. Er spricht im im großen ZAK-Interview über die aktuelle Saison, Vertragsverlängerung mit Coach Popek und welche Faktoren für einen Aufstieg relevant sind.

 

Dietmar Gogoll, Vorsitzender der Eisbären, spricht von einem richtungsweisenden Spiel im Kampf um die Meisterschaft. Allerdings ist für die Balinger stand jetzt ein Aufstieg in die Regionalliga kaum realisierbar.

Herr Gogoll, wie groß ist die Vorfreude auf das Spitzenspiel gegen Esslingen?

Dietmar Gogoll: Esslingen ist eine riesengroße Hausnummer. Sie sind nicht umsonst Erster und haben auch mittlerweile einen guten Abstand auf die folgenden Teams. Für uns bedeutet das, gewinnen zu müssen, um wieder den Anschluss zu finden. Wenn wir die drei Punkte holen, sind wir wieder dran. Wenn nicht, wird es halt schwierig.

Ist es schon das entscheidende Spiel im Kampf um die Meisterschaft?

Gogoll: Nein, dafür läuft die Saison noch nicht lange genug. Es sind noch viele Spiele zu absolvieren. Der Zug von uns fährt noch nicht richtig. Da muss noch das Gleichmäßige reinkommen. Das fängt mit dem Spiel gegen Esslingen an. Vor Weihnachten können wir noch nichts Entscheidendes sagen.

Wo hat der Gegner seine Stärken?

Gogoll: Esslingen war schon immer eine recht stabile Mannschaft. Sie hat immer gute Nachwuchsspieler, die sich von klein auf kennen und sehr gut zusammen harmonieren. Da sieht man schon, dass es ein eingeschworener Haufen ist.

Balingen holte bisher acht von zwölf möglichen Punkten. Wie zufrieden sind Sie mit dem Saisonstart?

Gogoll: Prinzipiell bin ich zufrieden. Das letzte Spiel gegen Pforzheim (5:4-Sieg, Anm. d. Red.) hätte nicht unbedingt ins Penaltyschießen gehen müssen. Mein Nervenkostüm war völlig ausgereizt. Die drei Punkte hätten uns gutgetan.

Es gab aber nur zwei. Wo sehen Sie noch Steigerungsmöglichkeiten?

Gogoll: Potenzial nach oben ist immer da. Gegen Pforzheim haben wir gesehen, dass das Team Tore schießen kann. Das war davor nicht immer ganz so sichtbar – obwohl das Team auch in den anderen Spielen Treffer erzielt hat. Die letzte Konsequenz den Puck eben auch ins Tor zu bringen, fehlt noch ein bisschen. Aber das liegt daran, dass wir nach wie vor zu spät Eis bekommen. Da sind uns die anderen Mannschaften immer einen Monat voraus.

Ihr Verein setzt darauf, den eigenen Nachwuchs an die erste Mannschaft heranzuführen. Wie gut ist dies den Eisbären in dieser Saison gelungen?

Gogoll: Insgesamt kamen dieses Jahr drei Spieler aus der Jugend. Unser Torhüter Jakob Schindler, der auch schon letztes Jahr dabei war, hat sich wahnsinnig gemausert. Und die anderen zwei sind Jan Föst und Erik Hänsel. Man sieht von Spiel zu Spiel, wie die Spielzüge bei ihnen besser funktionieren. Das freut einen natürlich.

Vergangene Runde haben die Eisbären nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses gegenüber dem EHC Freiburg 1 b den Titel in der Landesliga verpasst. Wie sehr spüren Sie die Motivation im Team, dass es diese Saison den Aufstieg realisieren möchte?

Gogoll: Klar, die Jungs und auch der Verein möchten natürlich hoch. Aber es müssten für die Regionalliga bauliche Voraussetzungen geschaffen werden, die wir nicht erfüllen können. Das wäre eine Riesensumme, die da aufzubringen wäre und das bekommen wir nicht gestemmt. Falls wir aufsteigen, müssten wir mit dem Verband eine Einigung erzielen, dass wir unter den Bedingungen, die in Balingen vorherrschen, in der Regionalliga spielen dürfen. Ansonsten brauchen wir uns über den Aufstieg keine Gedanken machen. Aber man muss auch ganz ehrlich sein: Ein Großteil der Spieler kann aufgrund des zeitlichen Aufwands gar nicht in der Regionalliga spielen. Wir müssten dann zweimal pro Wochenende spielen. Ich glaube nicht, dass das der jetzige Kader durchhalten würde. Da müssten wir dann aktiv auf die Suche gehen und nochmal zehn Spieler verpflichten, dass wir etwa 30 Leute im Kader haben.

Kommen wir noch mal zu den baulichen Voraussetzungen. Sie haben versucht, eine gebrauchte Kunststoffbande mit Plexiglas herzubekommen. Warum hat das nicht geklappt?

Gogoll: Richtig. Die wollten wir zusammen mit den Eisbahnbetreibern kaufen. Die wäre auch preislich erschwinglich gewesen, hat aber leider von der Form nicht zur Eisbahn gepasst.

Von welcher Summe sprechen wir?

Gogoll: Die gebrauchte Bande hätte 35.000 Euro gekostet. Von einer neuen möchte ich gar nicht reden. Natürlich sind wir immer bestrebt, jemanden zu finden, der uns dabei unterstützt. Aber das ist nicht ganz einfach. Wir sind also in dieser Saison – das haben wir der Mannschaft auch so mittgeteilt – zufrieden, wenn wir oben mitspielen. Wir als Verein hoffen einfach darauf, dass dann irgendjemand mal an der Tür klopft und sagt: Wir unterstützen euch, damit ihr die erforderlichen Umbauten realisieren könnt. Der Eisbahnbetreiber müsste dann aber auch mitmachen.

Rafael Popek trainiert auf jeden Fall das Team bis Saisonende. Wie sieht es mit nächster Runde aus?

Gogoll: Zu dem frühen Zeitpunkt der Saison haben wir uns damit noch nicht beschäftigt. Aktuell gab es noch keine Anzeichen, dass er irgendwo anders hingehen möchte. Er kommt mit den Jungs gut aus, findet das Klima im Verein richtig gut.

Bleiben wir beim Verein. Wo sehen Sie noch Optimierungsbedarf bei den Eisbären?

Gogoll: Wir würden uns noch über mehr Trainer für den Jugendbereich freuen. Außerdem wollen wir versuchen, noch mehr Kinder und Jugendliche für unseren Sport zu begeistern, damit wir auch in den U-Mannschaften eigenständig spielen können und nicht mehr auf die Spielgemeinschaft mit Reutlingen angewiesen sind.

Die Eisbären feiern im März ihr zehnjähriges Bestehen. Ist eine Geburtstagsparty geplant?

Gogoll: Gefeiert wird auf alle Fälle. Es wäre schön, wenn wir die Feierlichkeiten an einem Tag unterbringen könnten, an dem wir ein Heimspiel haben. Aber in welchen Umfang das stattfindet, planen wir gerade noch.

Quelle: https://www.zak.de/artikel/details/443021

Autor: Matthias Zahner
Bild: Moschkon